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Schweizer Kunden zahlen für teure Auslandabenteuer

Rund 7 Milliarden Franken blätterte Swisscom 2007 für die Übernahme der italienischen Telecomfirma Fastweb hin. Der Kauf wird immer mehr zum grossen Flop. Vorläufiger Tiefpunkt: der Milliarden-Abschreiber vom letzten Dezember, der den Reingewinn von Swisscom um rund 1,2 Milliarden Franken schmälerte.

Millionen in den Sand gesetzt

Die Fastweb-Geschichte reiht sich lückenlos in eine lange Reihe von Auslandabenteuern ein, mit denen Swisscom unter dem Strich mehrere Milliarden in den Sand setzte:

  • Beteiligungen in Malaysia und Indien brockten dem Konzern schon in den 1990er-Jahren zwei- bis dreistellige Millionenverluste ein. 
  • Ähnlich erfolglos verliefen Engagements in Tschechien und Österreich. 
  • Gar als Debakel endete der Kauf der deutschen Mobilfunkgesellschaft Debitel, die 2004 mit einem Verlust von über 3 Milliarden Franken abgestossen wurde.

Post und Swisscom lässt das alles kalt

Besonders ärgerlich: «Letztendlich sind es die Schweizer Kunden, die mit überhöhten Gebühren im Inland die erfolglosen Auslandabenteuer von Swisscom finanzieren», so der Luzerner FDP-Ständerat Georges Theiler Ende letzten Jahres in der «Handelszeitung».

Auch die Post missbraucht Gewinne aus dem Inlandgeschäft für teure Auslandengagements. Ende 2010 war sie an 68 Gesellschaften in 16 Ländern beteiligt. Bereits 2009 hat die Zeitschrift «Saldo» anhand der Vorjahreszahlen ausgerechnet, dass die Post im Ausland durchschnittlich eine operative Marge von nur 2 Prozent erzielte – in der Schweiz waren es 11 Prozent.

Post und Swisscom lässt das alles kalt. «Wir erwarten, dass Fastweb zu einer Wachstumsdynamik zurückkehrt», heisst es bei Swisscom, zudem habe man Beteiligungen auch schon mit Gewinn veräussert. Und die Post sagt, sie wolle mit ihrem Auslandengagement ihren Heimmarkt gegen die internationale Konkurrenz verteidigen.

 
ktippSaldoBon a saviorMeglio
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